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Fördergeber

Die Natur im Münsterland wird WEGBAR

Kooperationsprojekt „Natur für Alle“ fördert den barrierefreien Natur-Tourismus im Münsterland   

Die Förderung der Barrierefreiheit zum aktiven Naturerleben gewinnt im Hinblick auf den demographischen Wandel und die Inklusion immer mehr an Bedeutung. Viele Freizeitaktivitäten und Bildungsangebote in der Natur stellen die Menschen, vor allem Menschen mit Behinderung, oftmals vor große Herausforderungen. Um die Münsterländer Natur- und Parklandschaft mit ihren zahlreichen Naturschutz- und Naherholungsgebieten für alle Zielgruppen zugänglich zu machen, haben sich sieben Projektpartner aus dem Münsterland zusammengeschlossen, um in der Region den Natur-Tourismus durch die Entwicklung von barrierefreien Angeboten für Jung und Alt zu fördern. Das Kooperationsprojekt läuft über einen Zeitraum von drei Jahren und wird finanziert mit einer Zuwendung des Landes Nordrhein-Westfalen unter Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2014-2020 „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“ in Höhe von rund 2,4 Mio. Euro. Die Projektpartner erbringen einen zusätzlichen Eigenanteil von rund 330.000 Euro. 

Barrierefreiheit gewinnt immer mehr an Bedeutung  

Naturschutz und Umweltbildung sind die Kernaufgaben der Biologischen Stationen. Durch rollstuhlgerechte Wanderwege, Sinnesgärten und Ausstellungsmodule, barrierefreie Exkursionsangebote und die Entwicklung technischer Lösungen zur Informationsvermittlung soll nun allen Zielgruppen - von Schulklassen über Familien bis hin zu Senioren und Menschen mit Einschränkungen - die Natur näher gebracht werden. Die NABU-Naturschutzstation Münsterland, die Biologische Station Kreis Recklinghausen, die Biologische Station Kreis Steinfurt, die Biologische Station Zwillbrock, das Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld, die Fachhochschule Münster, Labor für Software Engineering und NeumannConsult werden deshalb in ihren Kreisen gezielte Maßnahmen umsetzen und ausgewählte Naturerlebnisgebiete für Alle erschließen.

Gemeinsam werden Barrieren abgebaut

Eine der geplanten Maßnahmen ist die barrierefreie Umgestaltung des Geländes rund um Haus Heidhorn, dem Sitz der NABU-Naturschutzstation Münsterland. Die Naherholungsgebiete Hohe Ward und Davert locken bereits jetzt zahlreiche Besucher in die Natur. Die Wanderwege auf dem Gelände werden rollstuhlgerecht und für Familien mit Kinderwagen umgebaut. Ebenso werden Erlebnisstationen mit Tastmodellen sowie ein barrierefreier Sinnesgarten und ein Bereich mit Biotopen entstehen, die für alle Zielgruppen zugänglich sind.

Im Kreis Borken liegt der Schwerpunkt auf dem barrierefreien Naturerleben in und um Zwillbrock und dem Zwillbrocker Venn mit der attraktiven Flamingokolonie. Als Ausgangspunkt dient hier das Besucherzentrum der Biologischen Station Zwillbrock mit naturkundlicher Ausstellung, die in Punkto Barrierefreiheit verbessert und ergänzt werden soll.

Mitten im Naturpark Hohe Mark Westmünsterland auf dem Gelände des ehemaligen landwirtschaftlichen Betriebs „Hof Punsmann“, befindet sich die Biologische Station Kreis Recklinghausen. Um vor Ort die zahlreichen Umweltbildungsangebote für Menschen mit und ohne Behinderung zugänglich zu machen, werden dort ausgewählte Wanderwege barrierefrei umgebaut.

Die Biologische Station Kreis Steinfurt mit Sitz im Naturschutzzentrum Sägemühle in Tecklenburg am Rande des Natur- und Geoparks TERRA.VITA wird kreisweite Recherchen zu barrierefreien Naturerlebnisgebieten durchführen und vor Ort ein Netzwerk zu Akteuren aus Tourismus und Naturerleben aufbauen.

Das Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld mit Sitz auf dem alten Hof Schoppmann in Nottuln-Darup liegt inmitten des Rad- und Wanderparadieses Baumberge. Um interessierte Besucher über die Besonderheiten der Schutzgebiete zu informieren, hat das Naturschutzzentrum die App „Erlebnis Naturerbe“ entwickelt. Sie ermöglicht Besuchern, das Rad- und Wanderwegenetz im Kreisgebiet zu nutzen und Wichtiges aus den Naturschutzgebieten zu erfahren. Das Naturschutzzentrum fördert den Natur-Tourismus nun zusätzlich durch die intensive Begutachtung von Schutzgebieten im Hinblick auf die Barrierefreiheit. Die Ergebnisse der Erhebungen sollen in der kostenlosen App „Erlebnis Naturerbe“ in Text und Bild dargestellt werden.

Neben den einzelnen Maßnahmen werden die Partner weitere barrierefreie Naturerlebnisgebiete erfassen und später auf einer barrierefreien Website und in einer App vorstellen. Die Fachhochschule Münster, Labor für Software Engineering, wird hierfür die Konzeption und Programmierung übernehmen. Neben der Planung des Aufenthaltes soll die App durch Kartenmaterial die Orientierung im Gelände verbessern und Hintergrundinformationen zu den Naturräumen mit ihrem Reichtum an Tier- und Pflanzenarten liefern.

Das Büro NeumannConsult aus Münster unterstützt die Partner durch ihre langjährige Erfahrung im Bereich Tourismus und Barrierefreiheit bei der Umsetzung aller Maßnahmen. Um sicherzustellen, dass die Besucher verlässliche und geprüfte Informationen zur Barrierefreiheit der einzelnen Angebote erhalten, werden diese nach dem bundesweiten System „Reisen für Alle“ geprüft und mit einem entsprechenden Symbol für die Gäste gut sichtbar gekennzeichnet. 

Auftaktveranstaltung am 2. Mai auf Haus Heidhorn
Projektpartner

Förderung des Natur-Tourismus durch vielfältige Angebote

Für Schulklassen, größere Gruppen oder Familien können zukünftig Natur- und Landschaftsführer gebucht werden, die speziell im Bereich Barrierefreiheit geschult sind und ganz besondere Einblicke in die heimische Natur geben können. Durch eine enge Kooperation mit kleinen und mittelständischen Unternehmen aus der Region wie der lokalen Gastronomie und Hotellerie sowie der Tourismusvertreter soll den Gästen ein angenehmer Aufenthalt im Münsterland ermöglicht werden.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Projekt-Website www.wegbar.de sowie im barrierefreien Flyer

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