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Unscheinbare Preziosen

Knotiges Mastkraut, Quirlige Knorpelmiere und Hirschsprung – schon mal von gehört?

Knorpelmiere (Illecebrum verticillatum)

Hirschsprung (Corrigiola litoralis)

Knotiges Mastkraut (Sagina nodosa) © JanB46 - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Tyoisch für die Knorpelmiere ist die niederliegende Wuchsform

Dass Botaniker bei der Arbeit meist mit gesenktem Kopf unterwegs sind, ist nicht ungewöhnlich. Um bestimmte Arten ausfindig zu machen, kann es sogar von Vorteil sein, mit allen Vieren über den Boden zu krauchen. Zu diesen „heimlichen“ Arten gehören die Quirlige Knorpelmiere (Illecebrum verticillatum), der Hirschsprung (Corrigiola litoralis) und das Knotige Mastkraut (Sagina nodosa). Die drei unscheinbaren Preziosen konnten jetzt bei Kartierungen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Wersener Heide entdeckt werden, der zum Nationalen Naturerbe gehört. Die Biologische Station führt dort Kartierungen im Auftrag der DBU Naturerbe durch, die viele ehemalige Militärflächen, die heute zum Nationalen Naturerbe gehören, verwaltet und betreut.

 

Die drei Pflanzen sind von eher von kleinem Wuchs, auch wenn deutsche Namen wie Mastkraut und Hirschsprung durchaus anderes suggerieren. Das Knotige Mastkraut kommt kaum über 10 Zentimeter hinaus, Knorpelmiere und Hirschsprung schaffen ein wenig mehr, haben aber eine niederliegende Wuchsform (s. Fotos). Alle drei gehören zu den Nelkengewächsen, wobei der Hirschsprung seit einiger Zeit zur Familie der Mollugogewächse gezählt wird. Dass alle drei Arten räumlich benachbart an einem wechselfeuchten Sandweg wuchsen, ist kein Zufall. Sie gehören zu den konkurrenzschwachen Pionier- und Trittpflanzen, die auf offene Bodenstandorte angewiesen sind, die durch natürliche oder auch menschliche Einflüsse  wie Tritt oder Wasserstandsschwankungen entstehen. Vor allem Hirschsprung und Knorpelmiere können auch an den Ufern von Flüssen und Talsperren oder auf Industriebrachen gefunden werden.

Alle drei Arten gehören sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in Niedersachsen zu den gefährdeten Arten. Das Knotige Mastkraut gilt sogar als stark gefährdet. Die Funde bestätigen erneut die überragende Bedeutung der Wersener Heide für die Artenvielfalt.

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