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Der Brombeere an den Kragen

Gemeinsam zieht es sich besser - 20 freiwillige Helfer bei Aktion in den Wentruper Bergen bei Greven.

20 freiwillige Helfer machten mit.

Das Berg-Sandglöckchen profitiert von dem Einsatz.

Für die Brombeeren in den Wentruper Bergen wird es ungemütlicher: Nicht weniger als 20 Freiwillige hatten sich am vergangenen Samstag in den Wentruper Bergen eingefunden, um die Biologische Station und die Naturschutzstiftung des Kreises tatkräftig beim Kampf gegen die wehrhaften Sträucher zu unterstützen. Verstärkung gab es diesmal von Mitgliedern des Grevener Heimatvereins, denen Dr. Peter Schwartze von der Biostation erst kurz zuvor auf einer Exkursion die Kostbarkeiten dieses besonderen Lebensraums vor Augen geführt hatte. Udo Schneiders, Geschäftsführer der Naturschutzstiftung des Kreises, hatte einen weiteren Grund zur Freude: „Ich finde es toll, dass viele Jüngere mit dabei sind.“ Womit er zum Beispiel Simon meinte, der mit seinen acht Jahren stellvertretend für den „Generationswechsel“ stand.  Er hatte es neben den Brombeeren auf junge Birken abgesehen. „Die pflanze ich in den Garten“, hatte er für sie eine passende Verwendung im Auge, die seine Mutter allerdings mit einem etwas gequälten Lächeln quittierte. 

Zum Hintergrund: In den Wentruper Berge finden sich die höchsten Dünen entlang der Ems, die  bis in die 1920er Jahre noch bei Sturm in Bewegung gerieten und erst durch gezielte Anpflanzungen festgelegt wurden. Orkan Kyrill schuf im Januar 2007 eine offene Windwurffläche, die von der Naturschutzstiftung erworben und seitdem offen gehalten wird. Hier wachsen gefährdete Pflanzen wie Silbergras, Filzkraut und Berg-Sandglöckchen. Insekten wie Sandlaufkäfer und Wildbienen besiedeln den lockeren Sand, der sich bei sonnigem Wetter stark erwärmt. 

 

Die „alten Hasen“ unter den Brombeerbekämpfern können mittlerweile auf den ersten Blick unterscheiden, ob einer Brombeerpflanze allein mit den Händen beizukommen ist oder ob die Unterstützung eines Spatens erforderlich ist. Und auch wenn es manchmal ein wenig an Sisyphusarbeit erinnert, den Spaß an der gemeinsamen Aktion ließ sich dadurch niemand verderben. Zumal das sonnige Wetter und die Aussicht auf belegte Brötchen zum Abschluss für einen zusätzlichen Motivationsschub sorgten.     

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