Hilfsnavigation:

Zugvogelzeit: Immer wieder spannend!

Rastende Kiebitze

Kanadagans

Wintergast: Raubwürger

Seit einigen Wochen hat der Herbst Einzug gehalten und mit ihm macht sich wieder eine Vielzahl von Zugvögeln auf den Weg in wärmere Gefilde. So führt ihr Weg sie auch durch den Kreis Steinfurt. Besonders in großen Schutzgebieten mit offenem Charakter sind zu dieser Zeit viele durchziehende Vögel und Wintergäste zu beobachten. Die weiten Grünländer mit ihren offenen Wasserflächen laden geradezu zu einer Rast ein. Ob in den Naturschutzgebieten Düsterdieker Niederung, Feuchtgebiet Saerbeck, Recker Moor oder Emsaue: vielerorts laden Wiesenpieper, Kiebitz, Silberreiher, Merlin, Raubwürger & Co. zu spannenden Naturbeobachtungen ein. Und unter all den Zugvögeln ist auch hier und da unsere größte Gans zu finden: die Kanadagans (Branta canadensis). Zu ihr nun etwas mehr:

Die in V-Formation fliegenden Gänse lassen sich vor allem an ihren weißen Kinnband erkennen, welches oft auch ohne Fernglas gut zu erkennen ist. Hals, Kopf und Schnabel sind schwarz, die Unterseiten der Flügel sind bräunlich. Dagegen sind Brust und Bauch etwas heller. Heranziehende Kanadagänse kann man häufig durch ihr trompetendes „ah-hong“ schon aus großer Entfernung hören. Weitere Merkmale sind Körpergröße und Flügelspannweite: mit einer Größe von 90-100 cm und einer Flügelspannweite von 160-183 cm übertrifft die Kanadagans alle anderen europäischen, in freier Wildbahn vorkommenden Gänse.

Wie der Name schon andeutet, stammt die Kanadagans ursprünglich aus Nordamerika, wurden aber schon im Jahre 1665  in Großbritannien und später auch in Schweden eingeführt und breiteten sich von dort auch gen Süden in die umliegenden Länder aus. Während sich die Population Großbritanniens (heute  > 50.000 Individuen) überwiegend aus Standvögel zusammensetzt, so sind die Kanadagänse Schwedens und Finnlands meistens Zugvögel. Ihre bevorzugten Winterquartiere liegen im westlichen Ostseebereich und entlang der Nordseeküste von Dänemark bis zu den Niederlanden.

Aber auch im Kreis Steinfurt verbringen einzelne Kanadagänse den Winter. Durch ihre vegetarische Ernährung sind sie während des Winters auf schnee- und eisfreie Flächen angewiesen. Zu ihrem Speiseplan gehören vorwiegend Landpflanzen, darunter ganz besonders die Gräser, aber auch Rhizome, Klee und Blütenpflanzen werden gern genommen. Ein stetiger Zugang zu Süßwasser, wie sie ihn z.B. in der Emsaue findet, ist für sie unerlässlich.

 

Viel Freude bei Ihren Beobachtungen!

nach oben