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Vögel des Glücks sind unterwegs

Ihr lautes Trompeten ist unüberhörbar und im Kreis Steinfurt derzeit häufig zu hören. Wer den Ruf der Kraniche hört, lässt den Blick unweigerlich gen Himmel schweifen. Dort lassen sich die keilförmigen Formationen der Kranichtrupps leicht ausmachen.

Meist fliegen sie zielstrebig in nordöstlicher Richtung, manchmal wirken sie aber auch desorientiert und die Formation scheint sich kurzfristig aufzulösen.

In den vergangenen Tagen waren Kraniche über den Kreis Steinfurt besonders häufig zu beobachten. Denn ab Mitte Februar bis in den April hinein sind die Vögel unterwegs. Mal sind es nur 40 oder 50 Tiere, oft sind die Trupps aber mehrere hundert Vögel stark.

Kraniche lassen sich meist gut erkennen, auch wenn sie in luftiger Höhe fliegen. Die enorme Flügelspannweite und die über die Schwanzfedern hinausragenden Beine unterscheiden sie von Gänsen. „Die Vögel sind aus den Überwinterungsgebieten in Spanien und Frankreich auf dem Weg in die Brutgebiete“, sagt Robert Tüllinghoff, Ornithologe bei der Biologischen Station. Die Brutgebiete liegen vor allem im nordöstlichen Europa. In Deutschland brüten die meisten Vögel in Mecklenburg-Vorpommern.

Aber nicht überall kann man die Vögel des Glücks so gut beobachten wie im Kreis Steinfurt. Schon im benachbarten Emsland sind die Chancen deutlich geringer. Denn die Vögel haben bestimmte Zugkorridore, auf denen sie fliegen. Und einer davon führt auch über den Kreis Steinfurt. Dort haben sich die Chancen, Kraniche zu sehen, in den letzten Jahren deutlich verbessert. „Das liegt daran, dass sich die Diepholzer Moorniederung zu einem bedeutenden Rastplatz entwickelt hat“, sagt Tüllinghoff. Die Zehntausende Kraniche, die dort landen, um im Moor zu schlafen und auf den abgeernteten Maisäckern der Umgebung nach Nahrung zu suchen, fliegen nicht selten via Greven

Aber auch im Kreis Steinfurt selbst nächtigen immer wieder einzelne Trupps, beispielsweise im Recker Moor, im Lilienvenn oder im Emsdettener Venn. „Die Vögel kommen erst in der Dämmerung zu den Schlafplätzen, das kriegt man deshalb nicht immer mit“, sagt Tüllinghoff. Doch der Ornithologe hegt durchaus die Hoffnung, dass es nicht mehr lange dauert, bis ein Kranichpaar zum ersten Mal im Kreis Steinfurt zur Brut schreitet. „Das Emsdettener Venn, das Recker Moor oder das Finkenfeld bei Hopsten wären geeignete Gebiete“, lautet seine Vermutung. 

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